Sind die Wizards ohne Gilbert Arenas eine bessere Mannschaft?
Es dürfte eine der interessantesten Fragen der laufenden Saison sein und uns beschäftigen zumindest bis zur Rückkehr Gilbert Arenas': sind die Wizards besser oder schlechter aufgestellt ohne ihren Superstar? Ich habe viele, teils sehr subjektive Artikel (die Subjektivität kommt insbesondere bei den Contra-Argumenten zum Tragen) zu dieser Frage gelesen. Und ich gestehe, dass mich die Frage zunehmend verwirrte. Es gibt derart viele treffende Für- und Widerargumente, dass mir ein abschließendes Urteil nicht möglich war. Und genau wegen des kontroversen Charakters der Frage hätte ich mich gern auf ein Ja oder Nein festgelegt. Mir ist das nicht gelungen und stattdessen habe ich eine Auflistung der Für und Wider bezüglich des beschriebenen Sujets verfasst. Das mag nicht besonders populär erscheinen, ist aber in diesem Zusammenhang auf jeden Fall eine Neuheit und es hat mehr Arbeit gemacht als auf den ersten Blick zu vermuten wäre. Ich habe dabei weder wörtlich übersetzt noch stimme ich selbst mit einem der genannten Argumente 100%ig überein. Folgende Autoren dienten mir - wofür ich mich bedanke - als Inspiration:
David Berri, The Wages of wins (20. Dezember 2007);
2x David Friedman, 20secondtimeout.blogspot.com (14. Dezember 2007, 27. Dezember 2007);
DC Pro Sports Report (17. Januar 2008);
Kevin Broom, RealGM (17. Januar 2008);
Julien Lo, Wizards Wire (16. Dezember 2007).
Pro (Wizards besser mit Arenas)
- Das Ballmovement leidet nicht unter der Anwesenheit Arenas'. Statistiken belegen, dass die Wizards mit und ohne ihn gleich viele Assists und auch Turnovers spielen, wobei tendenziell mehr Turnovers anfallen, sobald Arenas nicht mitspielt.
- Caron Butler verbessert sich von alleine Jahr für Jahr, unabhängig von seinen Mitspielern.
- Arenas mag ballverliebt sein, allerdings nimmt er pro Viertel nur einen Wurf mehr als Antawn Jamison.
- Zumindest langfristig gilt: kein Team ist ohne seinen Superstar besser (vgl. jüngst Philadelphia 76ers/Allen Iverson). Ferner gilt, dass jedes der besten Teams einen Superstar in seinen Reihen hat.
- Ohne Gilbert Arenas erhalten die Wizards insgesamt weniger Freiwürfe.
- Zwar haben die Wizards in Abwesenheit Arenas' 2x gegen die Boston Celtics gewonnen, trotzdem haben sie die wirklich schweren Spiele erst jetzt vor sich. So haben die Wizards im Dezember zum Beispiel nur einen Gegner mit Titelambitionen gehabt: die Phoenix Suns, am 7. Dezember - dieses Spiel verloren die Hauptstädtler mit 15 Punkten Unterschied.
- Folgende Rechnung geht nicht auf: wenn Arenas nicht mit von der Partie ist, und Butler spielt besser, bedeutet das [NICHT], dass Butler besser spielt, da Arenas nicht mit von der Partie ist. Butlers sensationelle Saison rührt vielmehr von dessen sehr arbeitsintensiven Offseason her - Butler hat seine Ernährung umgestellt, Gewicht verloren, extra Wurfeinheiten mit einem neuen Trainer genommen und befindet sich außerdem mit 27 am Anfang seiner Prime.
- Mal abgesehen vom Teamplay: der Verein verkauft mit einem Arenas mehr Tickets, mehr Jerseys, mehr Werbeflächen.
- Letzte Saison hatte Arenas mit +14.1 den besten +/-Score aller Wizards.
- Arenas hatte zur Beginn der Saison bewiesen, dass auch mit dem neuen Defensive Assistant Randy Ayers trainiert hat: den gegnerischen Guards fiel es merklich schwerer, zu penetrieren.
- Arenas ist der einzige Wizard, dessen Shot bei den Gegenspielern gefürchtet wird. Die double und triple teams, die er anzieht, eröffnen anderen Spielern einfache Würfe.
- Man kann es positiv formulieren: sobald Gilbert Arenas auf dem Court steht, sorgt dies für eine gravierende Neuorientierung seiner Teamkameraden in der Offensive. Man kann es neutral formulieren: Gilbert dominiert den Ball. Die negative Version ergibt sich aus den Contra-Punkten.
Contra (Wizards besser ohne Arenas)
- Arenas ist unbestreitbar ein Star. Seine Popularität jedoch beruht vor allem auf seinem Blog, seinem persönlichem Duden, seinen Sneakers und seinen Buzzer Beaters.
- Auch ohne Gilbert Arenas werfen die Wizards die gleiche Menge an Würfen mit der gleichen Effizienz. So gesehen scheint Arenas keinen signifikanten Anteil zu haben an der Kreation von Würfen.
- Mit ihrem Dreigestirn Butler-Jamison-Arenas haben die Wizards eines der unberechenbarsten Offensiv-Trios der Liga. Nur fehlt diesem Trio die Balance, Arenas kann, auch wegen fehlender court vision, nicht drei Top-Scorer gleichzeitig in Szene setzen. So entsteht mit Arenas, Butler und Jamison auf dem Court eine Unruhe im Offensiv-Game der Wizards, die sich leider gegen die Mannschaft selbst richtet.
- Für Arenas spräche seine Clutch-Mentalität, seine Nervenstärke in den großen Spielen. Fragt sich nur, wie viele große Spiele die Wizards in den letzten Jahren hatten? Die Wizards bewegen sich immer um die 50%-Marke herum, und in Playoffrunde 1 ist in der Regel Schluss. Seit Arenas bei den Wizards spielt, haben die eine Playoffbilanz von 4 w - 14 l.
- Unter der Exzentrik Arenas' leidet die Fokussierung seiner Mitspieler. Ohne Arenas sind die Wizards demokratischer.
- Arenas mag ein gut sein, was Steals angeht. Zu einem guten Defender macht ihn das noch nicht.
- Bevor sich Arenas im November letzten Jahres seine Knieverletzung zuzog, hatten die Wizards eine 3-5-Bilanz. Ohne ihn sind sie nach vorn gerauscht und haben den Boston Celtics eine überraschende back-to-back-Niederlage beigebracht.
- Caron Butler und Antawn Jamison sind Nutznießer der Abwesenheit Arenas' - nicht nur in statistischer Hinsicht.
- Zweifellos ist Arenas ein exzellenter, ein sehr guter Spieler. Aber auch ein wertvoller? Allein der Aspekt, dass Arenas als Shoot-first-PG gilt, sei hier erwähnt.
- Ohne Arenas spielen die Wizards eine zwingendere Princeton offense.
- Ohne Arenas läuft der Wiz-Ball besser. Das sieht nicht nur Charles Barkley, sondern sogar Teamkollege Caron Butler so.










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