Sonntag, 6. April 2008

Memphis oder Kansas, Rose oder Rush: wer wird College-Champ?

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Kansas Jayhawks 84 – North Carolina Tar Heels 66

Brandon Rush (22, SG) schoss mit 25 Punkten und 7 Rebounds seine Jayhawks, die Ende der 80er ihre letzte Championship gewinnen konnten, im Alleingang ins Finale der College-Meisterschaft. Und dies ausgerechnet gegen den ehemaligen Coach von Kansas, Roy Williams, der die Mannschaft, nachdem sie 1988 unter Coach Larry Brown mit Starspieler Danny Manning im Finale gegen die Oklahoma Sooners (Mookie Blaylock) die Championship erlangte, vor 20 Jahren übernommen hatte. Die erste Halbzeit endete für Tyler Hansbrough (22, PF) und Wayne Ellington (20, SG) in einem saftigem Desaster, mit 12-40, u. a. verursacht durch 18-0 run von Kansas und dadurch, dass die Jayhawks 13 ihrer ersten 17 Würfe im Ringinneren platzierten, lag man nach 20 gespielten Minuten zurück, bevor dann in der ersten Hälfte von Halbzeit 2 eine imposante Aufholjagd begann, die die Tar Heels neun Minuten vor Spielende bis auf fünf Zähler (58-53) heranbrachte. Hier war es dann wiederum Rush, der den Spielern aus North Carolina die Fersen zeigte. Hätten die Tar Heels dieses Spiel noch drehen können, wäre es der größte comeback win in der Geschichte des Final Four geworden. Hansbrough, einer der dominanten Spieler der aktuellen Saison und mit 17 Punkten und 9 Rebounds bester Akteur auf Seiten der Jayhawks und teilweise hart angegangen von den Verteidigern der Jayhawks und entsprechend mit ingesamt sechs Freiwurfversuchen, wird sich nun überlegen müssen, ob er noch ein viertes Jahr am College dranhängt oder ob er sich am für ihn unsicheren Draft 2008 anmeldet. North Carolina hatte während der East Regional bei keinem Gegner 84 Punkte oder mehr zugelassen, auch hatte kein gegnerisches Team eine Trefferquote von 53% aus dem Feld vorzuweisen, so wie Kansas letzte Nacht. Kansas holte neun Rebounds mehr, zehn Assists mehr, sechs Blocks mehr. Beide Teams trafen fünf Dreier, allerdings benötigten die Tar Heels dafür neun Versuche mehr. Während bei North Carolina sich fünf Spieler mit null Punkten ins box score eintrugen, war es bei den Jayhawks nur einer. Für Hansbrough besonders bitter: er wurde soeben zum College-Spieler des Jahres ernannt. Und nicht nur das, wikipedia listet folgende Ehrungen:

2008 Associated Press national player of the year
2008 Sporting News national player of the year
2008 Sports Illustrated national player of the year
2008 ESPN.com national player of the year
2008 USBWA national player of the year
2008 Rupp Award Player of the Year
2008 ACC Tournament MVP
2008 ACC Player of the Year
2008 First-Team All ACC

Hier einige Stimmen aus dem Kansas-Lager:



Außerdem die Zusammenfassung durch die ESPN-Experten:




Memphis Tigers 78 – UCLA Bruins 63

Derrick Rose (PG, 19) hat mal wieder bewiesen, warum man sich wegen seiner Zukunft in der NBA so sehr freuen darf: Rose schulterte mit 25 Punkten, 9 Rebounds und 4 Assists den Löwenanteil beim Sieg seiner Tigers über die Bruins. Zwar erzielte Teamkollege Chris Douglas-Roberts (SG, 21) noch 3 Zähler mehr, allerdings war Rose der dominierende Spieler auf dem Court. Mit seiner Explosivität, seinem zwingendem Stil, seiner Unstoppbarkeit im 1-on-1 setzte Rose dieser Begegnung seinen Stempel auf und wird dies auch in den Finals tun, denn Rose ist ein Musterbeispiel, was Kontinuität angeht. Rose unterlief in 37 Minuten Spielzeit nur ein Turnover. Er hatte insgesamt 12 Freiwurfversuche – zum Vergleich: die Bruins als Team hatten 13. Als unbedingter Vorteil stellte sich die qualitative Tiefe im Team der Tigers heraus, was denen gestattet, 40 Minuten lang einen sehr schnellen Ball zu spielen, bei dem wiederum die Bruins nicht mithalten konnten. Da der Backcourt der Tigers zusammen 53 erzielte, gilt dem galaktischen Duo Rose-Roberts auch im Finale gegen die Jayhawks die volle Aufmerksamkeit. Sollte Rose dort wieder so eine Partie hinlegen, dann könnte bei der Wahl zwischen ihm und Michael Beasley zum Top-Pick 2008 enger werden als allgemein erwartet. Gegen die Tigers als Sieger des am Montag stattfindenden Finals spricht folgende Statistik: noch kein Team, das 37 Spiele in einer Saison gewann, konnte diese Saison mit dem Gewinn der Championship krönen, weder Illinois (2005) noch UNLV (1987) noch Duke (1999, 1986). Zum etwas schlechten Ruf, den die Tigers genießen (müssen) obwohl sie nun mit einer Saisonbilanz von 38-1 das erfolgreichste NCAA-Team aller Zeiten sind, äußerte sich C. Douglas-Roberts so:

I feel the negativity was silly the whole year. We believe in ourselves. So that's really all that matters to us. […]
When we hear stuff, we laugh because we don't understand it, we don't know where it came from. But we don't play that 'us against the world' thing. […]
We just go out and play. It's really simple.


Übersetzt heißt dies so viel wie: Eure Schlagzeilen interessieren mich einen Dreck, wir wissen was wir drauf haben!

Sehr selbstbewusst zeigte sich auch Derrick Rose (siehe Video unten):

Going into the game, we knew that we was going to win. Ain’t too much to say. We’re just a great team. With the team that we have, it’s hard beating us.

Hingegen hat UCLA nun auch im dritten Anlauf hintereinander das Final Four nicht für sich entscheiden können. Russell Westbrook (SG, 19) lieferte mit 22 Punkten und 10-19 aus dem Feld eine sehr gute Partie ab. Kevin Love (C, 19) verfehlte nicht nur freistehend seine beiden Dreier sondern zumindest in Halbzeit 2 die in ihn gesetzten Hoffnungen.

Hier einige Stimmen aus dem Memphis-Lager:



Und noch einmal eine Zusammenfassung durch die Experten von ESPN:


4 Kommentare:

JaCa hat gesagt…

Memphis wirds machen!

Paul Niemeyer hat gesagt…

Ich tippe auch auf Memphis, ganz klar. Mich würde es riesig freuen für Rose, der dann mit Sicherheit in die NBA kommt.

Pedda hat gesagt…

bin auch ganz klar für memphis. rose und cdr waren einfach bärenstark und haben bei mir persönlich einen besseren eindruck hinterlassen als rush und chalmers. natürlich kommt es nicht auf die (jeweils) beiden an, aber trotzdem.

cooler liveblog übrigens gestern abend! heute nacht wird das aber nix mitmir, ich schaue dann die aufzeichnung. befürchten, dass mir irgendjemand das ergebnis verrät, muss ich ja nicht. college-bb schaut ja keine sau.

Tobias K. hat gesagt…

Hätten die Jayhawks gegen die Tarheels ihre anfänglich bärenstarke Leistung halten können, würde ich sagen, dass sie auch wegen ihrem extrem gut besetzten Kader gewinnen, aber wegen dem unglaublichen Spiel von Rose und CDR und den guten Leistungen von Dorsey und Dozier im Spiel gegen UCLA glaube ich auch, dass Memphis gewinnt.