Mittwoch, 2. April 2008

So funktioniert die NBA, Teil 7

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Wie erklärt man jemandem, der an der NBA interessiert, jedoch kein Insider ist, was beim Trade eines Spielers alles zu beachten ist? In einem hervorragenden Artikel auf nba.com wird es uns vorgeführt und zwar anhand von neun Punkten, die innerhalb eines Trades Bedeutung gewinnen:


1. Der Salary Cap beider Teams ist zu beachten. Lässt das Cap-Reglement den Trade zu und - wenn ja - wird mit dem neuen Spielermaterial die luxury tax aufgerissen? Inwieweit bewahrt man sich mit den neuen Verträgen Flexibilität für die Zukunft?


2. Interne Veröffentlichung relevanter medizinischer Informationen zwischen den beteiligten Teams. Damit soll eine Vertragssicherheit hergestellt werden. Die beteiligten Teams wollen den Spieler, so wie er im Buch steht - sie wollen keinen Krankenfall.


3. Ein für die Finanzabteilungen delikates Thema stellen die Versicherungspolicen zu den einzelnen Spielerverträgen dar: übernimmt das Team mit dem Spieler dessen Versicherungen oder teilt es diese Bürde, z. B. bei einem Trade zur Mitte der Saison, mit dem/n anderen Team/s auf?


4. Es gibt stark leistungsbezogene Verträge. Die Leistung kann darin bestehen, eine bestimmte Anzahl an Partien mit-gespielt zu haben, sie kann sich aber auch auf die Teamebene verlagern und das Erreichen der Playoffs einbeziehen. Was fängt nun ein erstplatziertes Team mit guten Aussichten in den Playoffs an mit einem neu akquirierten Spieler, dem in seinem Vertrag horrende Boni für bestimmte Leistungen in den Playoffs garantiert wurden?


5. Kobe Bryant hat sie: die No-Trade Clause. Diese berechtigt ihn, einen Trade, den das Lakers-Management initiiert hat, abzulehnen. Entweder brächen die Lakers die Verhandlungen hier ab oder sie würden sich mit dem Agenten Bryants an einen Tisch setzen um ihre Vorstellungen genauer zu kommunizieren. Was nicht erlaubt ist: zu dem einmal erfolgten Tradeangebot weitere Spieler hinzugeben, um es für den Inhaber der No-Trade Clause erträglicher zu gestalten (Stichwort: ich will zu einem Contender).


6. Genau hinzuhören gilt es wenn Rechte für den Draft Pick abgegeben werden: handelt es sich dabei um einen genau so benannten 2009 second round pick, tauchen i. A. keine Fragen auf. Allerdings kann die Definition eines bestimmten Picks bis zu einer Seite Text einnehmen, was dann die Rechtsanwälte der beteiligten Teams freut.


7. Rashard Lewis setzte im letzten Juli die Unterschrift unter einen Vertrag der Seattle SuperSonics, im Wissen, kein Spiel mehr für diese zu absolvieren: der Vertrag galt nur unter der Bedingung, dass Lewis innerhalb von 48 Stunden getradet wird. Den ersten extend-and-trade Deal unterzeichnete ebenfalls letzten Sommer Kevin Garnett: er verlängerte mit den Minnesota Timberwolves, nur um bei den Boston Celtics spielen zu dürfen. In beiden Fällen waren jeweils beide Teams an der Gestaltung des Vertrags beteiligt.


8. Nach Abschluss eines Trades, d. h. der fest geschlossenen Vereinbarung, formulieren die involvierten Teams ein Schreiben mit all den relevanten Vertragsdetails und senden dieses an die Liga. Geschieht dies nicht vor Ablauf der trade deadline, ist der Trade tot. Dann wird eine Telefonkonferenz einberufen, in der man sich den Vertrag bzw. die Verträge noch einmal laut gegenseitig vorliest, um dann zu einem verbindlichen Abschluss zu kommen. Es muss absolut sicher sein, dass alle Details zu dem Geschäft in dem Vertragspapier erfasst sind, es darf keine Zusatzvereinbarungen geben, die dort nicht formuliert sind. Ist dies geschehen, einigen sich die Vertreter aller beteiligten Teams auf ein Zeitfenster, in dessen Rahmen je eine Pressekonferenz veranstaltet wird, auf der die Neuigkeiten offiziell verkündet werden.


9. Jeder getradete Spieler hat sich gegenüber seinem neuen Team in Form eines Reports vorzustellen. Wie lange er dafür Zeit hat, wird individuell festgelegt: wird ein Spieler mitten in der Saison getradet, dürfte die Vorstellung maximal 48 Stunden dauern. Findet der Trade im Sommer statt, kann sich dieses Zeitfenster auf bis zu zwei Wochen oder auch länger ziehen. Der Trade ist nicht komplettiert, solange die Spieler den Report nicht hinter sich haben. Haben sie diesen vollbracht, schließt sich eventuell direkt eine Pressekonferenz mit der Vorstellung des Spielers an.