Donnerstag, 8. Mai 2008

Notizen zur MVP-Wahl Kobe Bryants [1:55 min]

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- Endlich wieder ein MVP, über den ich mich freue! Endlich mal kein Schmuse-MVP. Endlich einer, der Effektivität nicht mit Genialität verwechselt (aka Tim Duncan). Einer, der umstritten war, aber auf den sich letztendlich alle einigen konnten.


- Welchen Spieler wollen die meisten Rookies in ihrem Team haben, wenn sie in die NBA kommen? Kobe Bryant. So gesehen ist dies der jugendlichste MVP seit damals Allen Iverson.


- Phil Jackson, immerhin jahrelang Coach Michael Jordans, sagt:

I don't know anybody who's ever deserved this trophy more. I don't know anybody who's ever worked as hard to accomplish what he's accomplished.


- Kobe wirkte nicht wirklich entspannt bei der Vergabe der Maurice Podoloff Trophäe - warum wohl? Die Lakers befinden sich in Runde 2 der Playoffs und genau dort gehört Kobe zu dieser Jahreszeit hin: in seinen 12 Jahren NBA hat er nie die Post Season verpasst.


- Der nächste Shooting Guard im MVP-Voting war Tracy McGrady auf Platz 8 mit insgesamt 19 Punkten. Bryant hat 1100.


- Was den Scorer Bryant so stark macht, hat Teamkollege Ira Newble verraten:

What makes Kobe so tough to guard is that he shoots the ball so well under pressure with a hand in his face. There are not many guys like him. He is one of the best scorers ever. He makes every shot tough to guard, and you’re not going to stop him.


- Bryant hat der Abkürzung MVP eine neue Bedeutung gegeben: most valuable protagonist.


- Was die aktuellen Playoffs mal wieder beweisen: Kobe ist der dominante Spieler der RS und auch der Playoffs - keine Selbstverständlichkeit!


- 82x mehr Erststimmen als LeBron James: auch so lässt sich die Klasse des besten Spielers überhaupt formulieren. Kein Neid allerdings bei LBJ, ließ der doch verlauten:

I've said since two, three years ago that Kobe Bryant is the best player in the league. He's been the best player the last five, six years. I'm glad he won it. His team had a great year, finishing first in the West.


- Allein ein Sasha Vujacic wird für seine gesamte Karriere von den gemeinsamen Trainingseinheiten mit Kobe Bryant profitieren.


- Ist die Wende Kobe Bryants hin zum Teamspieler ein Mythos? Nein. Ihm fehlte ganz einfach das Vertrauen in den Erfolg der Lakers. Allerdings war Kobster intelligent genug, um das Potenzial dieser neuen, stimmigeren Mannschaft zu erkennen.


- Was keine Statistik erfasst: Kobe kann jederzeit scoren, an jedem Abend gegen jeden Spieler. Kann Chris Paul jeden Abend den entscheidenden Pass spielen? Dwight Howard nach Belieben 20 Rebounds und mehr fischen?


- Vertragsbluff oder Zeichen von Anerkennung? Als Kobe der Award überreicht wurde, sahen das nicht nur eine Menge Journalisten, sondern auch Corey Maggette und Andre Iguodola - beide werden sich ab 1. Juli 2008 nach einem neuen Verein umschauen dürfen. Auf wie viel Geld würden der Sixer und der Clipper verzichten, um mit Kobe eventuell nächste Saison die Championship der Lakers zu verteidigen?


- Den Leader Kobe Bryant porträtiert Luke Walton so:

He's been growing as a leader ever since I got here when the whole (Shaq era) team split up. This year, as far as leadership and being involved with the team, it's the best job that he's done. Bringing everyone together. Getting everyone to want to play for him and win for him. [...]I think before, he used to be a lot more negative towards his teammates as opposed to now, pulling people to the side, talking to them. Figuring out ways to figure it out together, instead of just coming down hard on them.


- Wenn Bryant im August die Olympischen Spiele hinter sich gebracht haben wird, steht eine OP am rechten Finger an. Diese OP wäre bereits Mitte Februar nötig gewesen. Black Mamba biss und beißt die Zähne zusammen ohne dass seine Courtpräsenz gelitten hätte. Kobe ist der wahre true warier der Liga.


- Kein Spieler macht seine Teammates besser. Da sollte man nicht so sehr auf die Statistiken achten. Ohne Kobe wären die Lakers gut, allerdings kein Contender. Assistant Coach Brian Shaw sagt:

He's a much better teammate now than he was in the championship days. That's a credit to his maturation. There were definitely times when he was not a good teammate. No one worked harder than he did. The same is true today. [...] In terms of connecting with his teammates off the court, he didn't do that very much. Now, from what I hear, he goes out to dinner with them all the time. Who knows? Maybe he likes these teammates better than us.


- Wie groß doch die Unterschiede selbst in der Eliteklasse der Spieler sind: angenommen, es wäre Tradition, dass der amtierende MVP dem neuen MVP die Trophäe überreicht - wie eigenartig hätte das ausgesehen: Karriereluftikus Nowitzki und Titelbulldogge Bryant? Aber die Lust am Kuriosen wurde eigentlich schon dadurch bedient, dass David Stern die Ehrung überreichte.


- Von den Tradegerüchten letzten Sommer, dem 9-8 Start der Lakers, den Buhrufen seitens der der Lakers-Fans zu Saisonbeginn und später den MVP-Chants gegnerischer Fans, den aufregenden Leistungen Andrew Bynums, dem Trade Pau Gasols bis zur MVP-Wahl jetzt: was für ein Leben lebt dieser Mann? Ist es wirklich der Streifen aus Hollywood, mit dem er sich selbst vergleicht? Oder ist er doch nur der bestvermarktete Fachidiot aller Zeiten?


- 82 Erststimmen für Kobe, 28 für Chris Paul, 15 für Kevin Garnett, 1 für LeBron James. Nach Kareem Abdul-Jabbar, Magic Johnson und Shaquille O'Neal vierter Lakers-MVP. Stats RS 2007/08: 82 Spiele, 28.3 ppg, 1.8 spg, 5.4 apg, 6.3 rpg, 84.0 FT%, 36.1 FG%. 2x Spieler des Monats der wettbewerbsintensivisten Western Conference aller Zeiten. Diese Saison verdrängte er auf der All-time scoring list ein Dutzend Spieler je einen Platz nach hinten, u. a. George Gervin und Bob Pettit.

2 Kommentare:

Wes Oden hat gesagt…

immer in den playoffs? dann sag mal, gegen die lakers in der saison 04/06 gespielt haben ;)

Paul Niemeyer hat gesagt…

Hoppla, 1x hat er die Playoffs tatsächlich verpasst: 2004-05, Lakers nur 4. mit 34w-48l. Danke für den Hinweis