Da waren's nur noch vier
Die Detroit Pistons, Atlanta Hawks, Utah Jazz und LA Lakers haben eins gemeinsam: sie wurden in dieser Regular Season noch nicht bezwungen. Die Detroit Pistons konnten sich zuletzt sogar ohne Allen Iverson gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Raptoren aus Kanada durchsetzen. Für den neuen Head Coach Michael Curry ein denkbar guter Einstand. Drei der vier ersten Gegner wurden unter 100 Punkten gehalten, während die Pistons selbst in jeder Partie 100 Punkte oder mehr erzielten. Richard Hamilton scheint auch diese Saison wieder Top-Scorer in Detroit zu werden, Rasheed Wallace - übrigens unzufrieden mit dem Trade von Teamkapitän Billups - liefert gewohnt solide Kost in der Defensive, Rodney Stuckey erhält nach dem Abgang von Billups ca. +15 Spielminuten und Walter Herrmann feierte mit seinen 16 Punkten gegen die Wizards einen persönlichen Großerfolg. Ob die Pistons wohl ein ernsthafter Contender sind? Wären heute Playoffs, dürften sie von Platz 1 in der EC starten. Allen Iverson wird's freuen, nicht mehr UM sondern IN den Playoffs kämpfen zu dürfen. Ich meine, dass es für eine Prognose zu früh ist, abzuwarten ist das Debüt Iversons und inwieweit er das Spiel der Pistons öffnet. Ein Fragezeichen steht auch hinter der sicher geglaubten Rückkehr Antonio McDyess', denn ausgerechnet der letztjährige Gegner in den EC-Finals hat Interesse an den Diensten des Routiniers gemeldet: folgt McDyess dem Ruf des Erfolgs (Celtics), dem der Heimat (Pistons) oder doch dem Geld (anderes Team)? Abwarten. Notiz: markantes Statement von Joe Dumars zum Trade Iversons:
I can tell you this, the salary-cap issue was a secondary motivation for us. We would not have made this trade for any player less than Iverson. We would not have made a trade for a lesser player just to save money. But the fact that we covered ourselves on both sides of the coin was key. We got an impact player and we took care of our cap for the long term and rarely do you get deals like that.
Die Hawks setzen ihre erfreuliche Entwicklung, die ihren vorläufigen Höhepunkt in der 7er-Serie gegen die Celtics hatte, fort: mit 3-0 führen die jungen Falken die Southeast-Division an. Joe Johnson spielt groß auf, mit durchschnittlich 28 Punkten und zwei Dreiern pro Begegnung liefert der SG exzellente Werte - das sehen auch seine Teamkollegen so und wischten deshalb halbseriöse Vorwürfe, JoJo sei kein Führungsspieler, vom Teller. Der junge Frontcourt um Horford, Williams und Smith hat die hoch gesteckten Erwartungen bislang nicht erfüllen können, insbesondere beim Sophomore Horford hoffe ich auf mehr Aktivität unterm Korb. Die Saison aber ist noch sehr jung, Marvin Williams sieht trotzdem einen entscheidenden zu 2007/08 und zwar gegenseitiges Vertrauen:
If you ask me that’s the biggest difference between last year and now. We trust each other, and [Hawks captain and All-Star] Joe [Johnson] really trusts us. It’s got to be hard when you’re a veteran, an All-Star, playing with young guys. But he stuck with us last year and now he’s trusting us more than ever and that makes us even more dangerous.
HC Mike Woodson stimmt zu und sieht das neu gefundene Vertrauen als sicheres Indiz eines Reifeprozesses. Als Mike Bibby beim Sieg gegen die New Orleans Hornets durch Flip Murray ersetzt werden musste, holten die Hawks mit Hilfe des Reservisten die entscheidenden Punkte. Woodson nach dem Spiel:
That’s the ultimate sign of trust to me. That’s huge. And it doesn’t matter who is in the game. When you get to that point, where you trust each other, where you realize we didn’t even have our point guard in the game. How much trust is that? And you had guys stepping up making plays. That’s the sign of a team that’s growing.
Sollten die Hawks Konstanz in ihren Def-Rebound bringen, zu jedem Zeitpunkt eines Spiels aggressiv zu Werke gehen und mehr Methodik in ihre Offensive bringen, sind sie sicherer Playoffteilnehmer.
Die Lakers könnten die Celtics bereits am Ende der Saison einen inoffiziellen Titel abgenommen haben: winningest team 2008/09. Mehr als 60 Siege werden es sicher. Die Gründe sind vielfältig und jeder für sich genommen ein Grund dafür, weshalb die Kalifornier Titelfavorit #1 sind: eine enorm tief besetzte Bank; ein sehr großer, ballsicherer, flinker Frontcourt; ein dies- und jenseits des Courts antreibender Kobe Bryant, der bislang durchschnittlich nur 33 Minuten, d. h. fünf Minuten weniger als letzte Saison, ran muss; das Selbstbewusstsein; diese unverkrampfte Rivalität innerhalb der Mannschaft, insbesondere auf der 1 zwischen Derek Fisher und Jordan Farmar. Etc. Die Lakers sind derzeit der best funktionierendste NBA-Verein - beeindruckender Beweis dafür: der 38-Punkte-Sieg im Derby gegen die LA Clippers. In eigentlich allen Power Polls nehmen die Lakers den ersten Platz ein. Den ersten Härtetest wird es am Sonntag gegen die Rockets geben.
Bei den Utah Jazz hat Jerry Sloan morgen die Möglichkeit, durch einen Sieg gegen die Oklahoma City Thunder den 1000. win seiner Karriere einzufahren - zum Vergleich: Spurs-HC Popovich müsste weitere sieben Jahre bei jeweils 53 Siegen pro RS coachen, um diese Marke zu erreichen. Ihre 4-0-Bilanz haben die Jazz ohne Deron Williams erreicht, der 24-jährige PG hat Beschwerden am Fußgelenk und wird derzeit vertreten von Ronnie Price, der zwar keine Akzente setzt, aber - sieht man von der desolaten Wurfquote beim Three ab - auch keine Fehler begeht. Mit der Rückkehr Williams' wird für nächste Woche gerechnet. Andrej Kirilenko übrigens spielt, wenn es so weitergeht, seine beste Saison seit vier Jahren - ob der Trend beim Russen anhält, wenn Williams wieder das Spiel aufbaut? Außerdem ist noch auf ein Detail hinzuweisen, welches die Jazz als Spitzenteam qualifiziert: fünf ihrer Spieler punkten zweistellig, und sobald Williams wieder einsatzbereit ist, dürften es ein halbes Dutzend ihrer Art sein. Für die Jazz die beste individuelle Leistung in dieser Saison brachte bisher wohl Paul Milsap, der im Spiel gegen die LA Clippers innerhallb von 4 Minuten und 10 Sekunden 15 Punkten scorte und damit sein Team zum Erfolg hievte.







2 Kommentare:
"Bei den Utah Jazz hat Jerry Sloan morgen die Möglichkeit, durch einen Sieg gegen die New Orleans Hornets den 1000. win seiner Karriere einzufahren"
Na das wüsste ich aber :D
Danke Philipp für den Hinweis, es muss 1. an dem OKLAHOMA CITY und 2. an der Uhrzeit gelegen haben, dass ich das verwechselt habe.
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