Freitag, 28. November 2008

Where stealing happens.

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Der Draft ist das Highlight einer jeden Offseason. Wochen vorher diskutiert die NBA-Gemeinde über die sinnvollsten Picks. Von Paul Niemeyer bis Bill Simmons, jeder Autor hat seinen persönlichen Mockdraft. Und obowohl zu jedem Spieler hunderte Scouting-Berichte angefertigt und sogar die Stats aus dem ersten Spiel für die Krabbelgruppe hervorgekramt werden, fallen immer wieder Spieler durch das Raster der allgemeinen Öffentlichkeit, die wenige Monate später eben dieser Öffentlichkeit den Ausruf "Steal" entlocken.

Auch in dieser jungen Saison gibt es wieder einige Überraschungen. Ein kurzer Überblick.


George Hill -26th Pick- 10,3 Punkte / 3,2 Assists / 3,1 Rebounds / 1 Steal

In San Antonio ist die Steal-Dichte so hoch, dass man nicht mehr von Zufall sprechen kann. Im Jahre 1999 sicherten sich die Spurs die Rechte an Manu Ginobili gegen Ende der zweiten Runde, an Stelle 57! Zwei Jahre später wurde Tony Parker als 28. Pick in die Liga geholt. Zwei Spieler, die zu Superstars wurden und die für die Franchise zwei Meisterschaften holten.
Parker und Ginobili haben auch einen großen Anteil an der schnellen Entdeckung des jüngsten Erfolgs der Spurs-Scouting-Abteilung. Denn nach den Verletzungen der zwei Leistungsträger und einem 2-5 Start kehrte in San Antonio die Ratlosigkeit ein. Greg Popovich war also dazu gezwungen die Verantwortung neu zu verteilen. Nachdem er George Hill in den ersten beiden Spielen noch auf der Bank sitzen ließ, schenkte er dem 22-jährigen ein 15-minütiges NBA-Debüt. Er dankte es ihm mit 11 Punkten. Von da an stand hinter Hills Namen nie wieder das bestrafende "DNP". Mittlerweile stand der Rookie aus IUPUI 6mal in der Starting Lineup und trug einen wichtigen Teil dazu bei, dass die Spurs 7 der letzten 8 Spiele gewannen. Im imposanten Sieg gegen die Jazz scorte der Point Guard 23 Punkte in 22 Minuten. Gegen die Bulls war er mit 19 Punkten, 11 Rebounds, 4 Assists und jeweils 1 Block/Steal der beste Spieler auf dem Platz.
Doch langsam kehren die Verletzten zurück. Hills Spielzeit wird das in jedem Fall wieder etwas reduzieren, aber zusammen mit Roger Mason hat er den Spurs in einer echten Krise neue Energie eingehaucht. Die Erkenntnisse aus dieser Phase könnten wertvoller nicht sein. Schlagartig wird die veraltete Bank aufgefrischt. Finley und Vaughn können sich schonmal ein paar neue Anzüge kaufen.


Mario Chalmers -34th Pick- 8,9 Punkte / 4,5 Assists / 2,8 Rebounds / 2,1 Steals

Es gibt sicher leichtere Jobs in der NBA als den des leitenden Regisseurs einer sich neuformierenden Franchise. Es braucht viel Ruhe, Gelassenheit und einen hohen Basketball IQ. Eigenschaften, die man häufig den erfahrenen Spielern zuspricht. Umso erstuanlicher ist es, dass bei den Miami Heat momentan ein Rookie aus der zweiten Runde diesen Job übernimmt. In jedem Spiel ist Mario Chalmers bisher gestartet. Natürlich zahlt der College-Champion noch Lehrgeld und Performances wie gegen Houston (5-10 3er -> 23 Punkte) sind nicht die Regel, aber das bisher gezeigte übertrifft trotzdem die Erwartungen. Mit 9 Steals stellte er sogar einen neuen Franchise-Rekord auf. Miami wird an ihm noch viel Freude haben.


Anthony Morrow -undrafted- 11,6 Punkte / 3,4 Rebounds / 53 % Dreierquote

37 Punkte. Nie hat ein undrafted Rookie mehr Punkte in einem Spiel erzielt. Diese Bestmarke stammt vom 15 November diesen Jahres. Aufgestellt von Anthony Morrow. Nach dessen 37-Punkte-11-Rebounds Performance (15-20 Shooting) wurden die Scheinwerfer einige Tage auf die Warriors gerichtet. "Who is this guy?", fragte sich die Basketballwelt, sich schämend so einen Spieler übersehen zu haben. Anthony Morrow hat am Georgia Institute of Technology vier Jahre lang guten aber unauffälligen Basketball gespielt. Der Draft kam, aber keiner interessierte sich für den 23-Jährigen Shooting Guard und seine 11 Punkte im Schnitt. Doch Morrow ergatterte einen Platz im Summer League Team der Warriors und wurde zu einem der auffälligsten Spieler. Er bekam einen Vetrag,Baron Davis ging und Monta Ellis krachte mit einem aufgemotzten Mofa (or whatever) in irgendein Hinderniss. So fand er am 15.11. seinen Weg in die Starting Five.
Gleich im nächsten Spiel erzielte er 25. Mittlerweile ist es wieder ruhiger um A-MO geworden. Jamal Crawford hat die Schlagzeilen übernommen. Doch Morrow ist immernoch Teil der Rotation und eine Unterstützung für die Warriors-Don Nelson sieht in ihm sogar den "real deal"-und daher gehört er für mich ganz klar in diese Liste. Allerdings sollte er nicht mit Marco Bellinelli abhängen.. ;)


Ausserdem gehört noch Luc Mbah a Moute, der 37. Pick der Bucks in diesen Post. Der Rookie aus UCLA legt 9,1 Punkte und 7,20 Rebounds. Ich muss allerdings gleich los und daher muss er sich mit einer Erwähnung zufrieden geben.
Zum Abschluss ein kleiner Vergleich, um diese ganzen Statistiken einzuordnen. Letzte Saison wurde Al Horford zweiter im Voting für den Rookie of the year. Mit 10,1 Punkten im Schnitt..

3 Kommentare:

ElVerdugo hat gesagt…

Schöner Bericht Nico.
Abgesehen davon finde ich diesen Draftjahrgang schon irgendwie besonders.
Neben Rose und Mayo find ich noch Eric Gordon erwähnenswert und Brandon Rush und natürlich den spanischen Überflieger Fernandez krass.
Des Weiteren war ich selber bei Chalmers sehr überrascht, dass der so stark aufspielen wird. 9 Steals sind schon eine unglaubliche Leistung.

Sams hat gesagt…

Danke für die Hinweise - muss ich mir doch mal ein Heat-Spiel anschauen, die hab ich in letzter Zeit eher links liegen lassen.

Morrow gefiel mir auch gut, bei den Warriors fand ich auch Anthony Randolph stellenweise ganz lustig, auch wenn er noch etwas wechselhaft spielt.

Für mich ein Rätsel ist das relativ schwache Spiel von Greg Oden. Zwar liefert er Blocks und Boards, aber viel zuwenig Punkte. Eigentlich müsste bei dem Duo Aldridge/Oden jeden Abend die Hütte brennen.

Die Spurs scheinen wirklich eine gute Scoutingabteilung und ein Händchen für Spieler mit Entwicklungspotential zu haben, wie Du schreibst.
Roger Mason ist auch so ein Beispiel: Er hat letztes Jahr bei den Wizards so ein bisschen an seinem Potential gekratzt und gefiel mir richtig gut als Parker-Ersatz.

sportsreport.de hat gesagt…

Feiner Artikel. Imho der beste den ich hier seit langem gelesen habe. Sehr aufschlussreich, nicht überall zu finden - einfach gute information.

fänds übrigens cool mal was über russell westbrook zu lesen, der ist zwar nicht soo der steal aber fänds trotzdem interessant...