Freitag, 31. Oktober 2008

Derrick Rose ist kein gewöhnlicher Rookie...

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...und damit spiele ich nicht darauf an, dass er an erster Stelle gedraftet wurde, nicht darauf, dass er von allen Rookies die vielleicht größte Verantwortung für sein Team trägt, nicht darauf, dass er verdammt erwachsen wirkt, nein, Rose wird nicht den typischen Gemeinheiten ausgesetzt, die sich eigentlich jeder Rookie in dieser Liga gefallen lassen muss: Rookies werden mitunter mieser als die Spielgeräte behandelt. Nein, keine Mißverständnisse, ich meine nicht körperliche Schäden oder sonstige Bedrohungen, vielmehr kann es einem Rookie schon mal passieren, dass er morgens vor dem Training auf dem gesamten Gelände nach den Jerseys für die ersten Wurfeinheiten suchen darf - unter Umständen findet er alle Oberteile bis sein eigenes. Oder statt der geliebten Playlists auf seinem iPod befinden sich dort nur noch schwer erträgliche Episoden von Desperate Housewives. Oder die eiskalt wirkende Sprite im Kühlschrank erweist sich beim ersten kräftigen Schluck als unidentifizierbare warme Brühe - ein Schreck für alle Ewigkeit. Oder das erste eigene Auto, was man vom ersten eigenen Profivertrag her finanziert, wird mit markig riechenden Heuballen verrammelt. Alles schon passiert, kein Scherz, Witzgiganten wie Shaquille O'Neal, Gilbert Arenas, Kevin Garnett und Richard Jefferson lassen hier ihrer Kreativität freien Lauf. Nur Rose wird verschont, Co-Bull Gooden weiß warum:

We can't throw too much at him because he's starting right now and playing a big role. With some of those bottom-of-the-barrel rookies, you can kind of take more advantage of them. Derrick Rose, slowly but surely when he finds his role, we'll have him doing some chores.

So funktioniert die NBA, Teil 12

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Bulls-GM Paxson hat bemerkenswert offene Worte gefunden zu den insbesondere von jungen Spielern - im Fall der Bulls ist da vor allem Ben Gordon gemeint - angestellten Gehaltsforderungen:

I think what has happened a lot in the league now is that guys do want to be able to compare contracts to other guys. From what I see, it's pretty simple: Everybody knows what everybody else makes -- players, agents, everyone. And in some ways it becomes a contest, and you don't want to lose that contest. I believe the same dynamic exists among owners. When they gather at All-Star weekend or other meetings, they judge each other based on frugality and efficiency and which of them squeezed the most out of payroll investments. San Antonio has done it as well as anyone -- they have a pecking order. Every team would love to have a pecking order in terms of players, from your best player all the way down. In the perfect world, the best players are paid the most, and San Antonio has done such a good job with that. But that's hard to emulate in this business right now.

Damit unterstellt Paxson einerseits, dass die Spieler nur ihren absoluten, nicht aber ihren relativen Wert zu maximieren versuchen. Das ist eigentlich nichts Neues, nur haben sich inzwischen hellwache Köpfe wie Gilbert Arenas in den Markt gemischt, der Super-Wizard hatte es während der Off-Season vollbracht, das relative und das absolute Moment zu vereinigen: er heftete (relativ!) die Verlängerung seines eigenen Vertrags an das Bleiben Antawn Jamisons und verzichtete auf satte 16 Millionen $, die ihm in Fall eines Max-Contracts (absolut!) zugestanden hätten - entsprechend Arenas' lakonischer Kommentar:

What can I do for my family with $127 million that I can't do with $111 million?

. Andererseits unterstellt Paxson, dass die Erwartungshaltung immer nur nach oben, nicht aber nach unten gehen kann. Spieler und Agenten, Head Coaces und ihre Assistens, Executives und Besitzer - jeder weiß von jedem, was er am Ende des Monats auf der Habenseite zu verbuchen hat, wobei die Besitzer sich wahrscheinlich einen Spaß daraus machen, unter oder auf der Cap-Grenze (aktuell: 58.68 Millionen $) zu bleiben, d. h. keine luxury tax (aktuell: ab Cap i.H.v. 71.15 Millionen $) entrichten zu müssen, und trotzdem die Championship zu gewinnen - in diesem Zusammenhang eine Frage an Euch: welches waren die drei letzten Teams, die in der Saison, in der sie Meister wurden, den Cap nicht überschritten? Die Celtics der Saison 2007/08 nicht. Vielleicht die Spurs, deren Kern seit vielen Jahren aus den gleichen Spielern besteht? Ihr Management folgt einer - so nennt sie Paxson - Hackordnung: Tim Duncan verdient am meisten, weil er's am meisten verdient. Nach ihm kommen, mit gebührendem Abstand, Tony Parker und Manu Ginobili. Eine ähnliche, wenn auch nicht perfekte Situation, haben wir bei den Pistons: hier verdienen vier der fünf Starter 9.5 Millionen oder mehr, Spitzenverdiener ist Sheed mit 13.68 Millionen $. Wahrscheinlich gehören in diese Reihe der konservativ strukturierten Klubs auch die Utah Jazz. Drei erfolgreiche Vereine also. Bleibt die etwas bange Frage, wie lange diese leistungsorientierten Gehaltsstrukturen noch Gewicht haben werden? Und wie lange diese Vereine wettbewerbsfähig sein werden können? Die Lakers, Favorit in der Western Conference, liegen derzeit mit einem Salary von 78.85 Millionen $ über der Luxusgrenze und zahlen somit auf jeden Dollar einen drauf. Noch 1.5 Millionen $ schlechter positioniert sind die Kelten aus Beantown. Aber vielleicht habe ich da Paxson Zusammenhänge in den Mund gelegt, die er selbst nicht sieht, denn von der Höhe des Salarys auf den Erfolg des Teams zu schließen, das würde dem Mann, der das Gesamtgehalt aller seiner Spieler denkbar knapp - ca. 200.000 $ - unter der Luxusgrenze hält, nicht einfallen. Paxson selbst ist ein Absoluter, kein Relativer, 1:1 versucht er den Cap auszureizen. Wie wär's also, wenn Paxon seine eigenen Worte ernst nimmt und in Chicago eine Hackordnung etabliert: Luol Deng Spitzenverdiener, Kirk Hinrich Platz 2, Andres Nocioni 3. und - - schöne Welt, nur wer bringt's Larry Hughes und Konsorten bei? Wer den Rookies? Wer der D-League? Und was würde wohl der BC Khimki zu dieser ach so transparenten Neuordnung sagen? Das System ist ungenügend, lange lebe das System!

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Bynum wird vergoldet, Maxiell versilbert

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Jason Maxiell hat einer Verlängerung seines Vertrags um vier Jahre zugestimmt. Der Detroit Piston scheffelt dafür 20 Millionen $. Maxiell kann trotz seiner unscheinbaren 2.01m Power Forward und gegen klein geratene Center auf der 5 spielen. Trotz seiner 118kg verfügt er über eine beachtliche Beweglichkeit und Sprungstärke - das war zumindest immer mein Eindruck. In der letzten Saison setzte Maxiell - einer der jungen Wilden in Motown - seinen Aufwärtstrend fort, wusste mit 7.9 ppg und 5.3 rpg nun letztlich auch Pistons-GM Joe Dumars zu überzeugen. Langfristig dürfte bei Maxiell ein Double Double möglich sein. Und vielleicht auch der starting spot auf der 4, da sich Rasheed Wallace im letzten Jahr seines Kontrakts befindet und voraussichtlich nicht bleiben wird. Den Sprung in die S5 geschafft hat diese Saison übrigens ein anderer Piston-Youngster: Amir Johnson. Der sanfte Umbau dieses Championship-Rosters hat begonnen.
Auch die Lakers haben in die Zukunft investiert - bewegen sich aber sportlich und monetär in einer anderen Dimension: 58 Millionen $ wurden dem wahrscheinlich nur wenig wechselwilligen Andrew Bynum angeboten, um bis Juni 2013 dem spektakulärsten Klub der NBA erhalten zu bleiben. Für Jungmillionär Bynum ein merklicher Sprung, da er aktuell mit einem Jahressalär von 2.8 Millionen $ ausgestattet ist. Aber vielleicht möchte man von diesen Zahlen in Zeiten einer als international bezeichneten Bankenkrise nicht viel erfahren, oder? Oder was haltet Ihr davon, dass Bynum angeblich 17 Millionen $ wollte? Der Vertrag ist nicht schriftlich abgeschlossen, jedoch haben beide Parteien eine mündliche Vereinbarung getroffen. Diese Verlängerung betrifft auch Kobe Bryant, denn dessen Kontrakt beinhaltet eine Option, die den Megastar berechtigt, nach dem Ende dieser Saison bessere Konditionen auszuhandeln (Player Option). Und von Lamar Odom darf sich gedanklich bereits jetzt verabschiedet werden, denn will man ihn mit Ablauf dieser Saison weiter an die Lakers binden, müsste Mitch Kupchak den Cap in horrende Höhen schrauben - aber vielleicht werfen die Russen ein Auge auch auf Kalifornien?

UPDATE Im Rahmen der Recherche zu diesem Post habe ich einen sehr wertvollen Beitrag gefunden, der einerseits erklärt, warum Bynums Vertrag innerhalb der nächsten 24 Stunden fixiert werden dürfte, andererseits den Vergleich zu anderen Stars zieht:

Under the terms of the Collective Bargaining Agreement that rules NBA contract negotiations, the Lakers and Bynum have until tomorrow. Traditionally teams future (or existing) young stars are signed to an extension by the Oct. 31 deadline, it’s a sign of respect from the organization. Chris Paul, LeBron James and Dwyane Wade all signed extensions by that time. Wade and James also signed shorter three-year deals, making them unrestricted free agents earlier. Don’t get a deal signed and, well, ask Bulls fans how things are going with Ben Gordon.

Live: Dallas Mavericks - Houston Rockets.

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UPDATE Zum gleichen Spiel hat Stephen, der sich freundlicherweise am Live Chat beteiligt hatte, eine Review verfasst.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Kaká + Wolverine = Kevin Garnett

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Q
: In der Fußballwelt wärst Du gern Kaká - welche Figur wärst du am liebsten im Reich der Superhelden?

A: Wolverine. Ich weiß nicht genau, wie weit seine Superkräfte reichen, aber wenn du seine Comics gelesen hast, dann weißt du, was für eine großartige Geschichte er zu bieten hat -- wenn er verletzt worden ist, kann er sich selbst wieder instand setzen, oder auch dieses Titanium, das aus seinen Händen kommt. Er hat ein Biest in sich drin, ist aber andererseits auch einfach Logan, ein ruhiger, kühler Typ. Er ist ein Mensch, zeigt das aber nicht immer gern. Wenn meine Mimik zu jemandem passt, dann zu ihm.

[original]

Greg Oden: der Verlierer des ersten Spieltags

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Eine voraussichtlich nur leichte Fußverletzung, null Punkte bei einer Wurfausbeute von 0-4, zu keinem Zeitpunkt der Begegnung vorne liegend und das ungute Gefühl, in zu wenigen Minuten zu viele Fouls kassiert zu haben: dies beschreibt das Debüt Greg Odens in einem Spiel der Regular Season - ungnädige US-Journalisten fassten es in einem Wort zusammen: clunky. Ausgerechnet ins Staples Center zu den hoch gehandelten Lakers musste die junge Truppe Nate McMillans - Resultat: Lakers gewinnen mit +20. Hatte Oden - medienkompetent wie eh und je - in den Tagen vor seinem persönlichen Season Opener noch fleißig Interviews gegeben, um den Durchschnittsfan die Aussichten seiner Trailblazers schmackhaft zu machen, war bist jetzt nicht bekannt, ob (?) und wie lange Oden genau ausfallen wird. Diese Umkehrung der Informationswelle ging so weit, dass Oden sich den Rest des Spiels im Fernsehen anschauen durfte (siehe Bild). Wenn Brandon Roy, LMA & Co. heute ihre erste Trainingseinheiten hinter sich haben, dürfte es ein kurzes Statement geben um die drei wesentlichen Fragen zu beantworten: Was hat er? Wann ist er wieder einsatzbereit? Wie fühlt er sich damit? Fünf Minuten vor dem Ende des Spiels letzte Nacht gab es eine erste vage Diagnose: Stauchung des Mittelfußes. Einer Magnetresonanztomographie (MRI) wird er sich unterziehen müssen - zur Sicherheit, denn genau die braucht man nun, hat doch Oden die gesamte letzte Saison aufgrund einer Knieverletzung aussetzen müssen. Als Oden-Ersatz steht Joel Przybilla bereit.

Live: LA Lakers - Portland Trailblazers.

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Dienstag, 28. Oktober 2008

Hoopstv interviewt Steve Blake

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Q: Welche Elemente deines Games hast du diesen Sommer verbessern können?
A: Ich habe an meiner Athletik gearbeitet mit dem Ziel, explosiver zum Korb ziehen zu können. Außerdem bin ich kräftiger geworden, kann nun häufiger in die Zone gehen, mehr Kontakt aufnehmen und einen besseren Abschluss erzielen oder auch Würfe für meine Mitspieler kreieren. Dies sind die wesentlichen Punkte. Ansonsten arbeite ich an allen anderen Sachen auch, ständig, z. B. einen sicheren Jumper, Ball Handling etc. Ich konzentriere mich nie auf nur einen Punkt.

Q: Wie hat sich Greg Oden gemacht?
A: Großartig. Er ist eine großartige Präsenz im Low Post. Er stellt in Zukunft definitiv eine Waffe dar für uns. Er reboundet gut, er ist stark unterm Korb, er setzt sich durch beim Abschluss und er wird einen sehr wichtigen Teil dieses Teams bilden.

[...]

Q: Über Rudy Fernandez wurde besonders nach den Olympischen Spielen sehr viel geredet. Was sind deine Eindrücke von ihm?
A: Ich bin sehr beeindruckt. Ich habe schon früh viel von ihm gehört, aber ihn nur selten spielen sehen bis er schließlich hierher kam. Er hat ganz klar die Chance, ein Spieler für die großen Momente zu werden. Er kann sehr gut mit dem Ball umgehen, er kann werfen und passen. Er scheint ein hervorragender Teamkamerade zu sein. Ich bin begeistert darüber, dass er zu unserer Mannschaft gehört. Auch er wird Bestandteil des Erfolgs sein, wenn wir weiter voran kommen.

Q: Der 19jährige Nicolas Batum aus Frankreich hat in der Preseason einige Spiele starten dürfen und eine Menge Minuten erhalten. Coach McMillan hat bereits angekündigt, dass er den Rookie in Eurem Season Opener starten lassen würde. Was zeichnet sein Game aus?
A: Er verfügt über großartige Instinkte, was Defense angeht. Er hat eine große Reichweite und hat so seine Hände überall. Beachtet man einerseits sein Alter, andererseits die nicht so guten Englischkenntnisse, hat er bislang gut verstanden, wo er auf dem Court seine Position hat. Er ist dort aggressiv und zögert bei keinem seiner Würfe. Insgesamt läuft's bei ihm sehr gut und wird sich im Lauf des Jahres weiter entwickeln.

[...]

Q: In Portland herrscht im Hinblick auf die neue Saison und die Aussichten der Blazers eine Menge Aufregung - wie ist das?
A: Es ist verrückt. Jeder redet darüber. Überall wo ich hingehe, erzählen mir Menschen wie sehr sie es mögen uns spielen zu sehen, und wie sehr sie sich darauf freuen, uns zu einem der nächsten Heimspiele wieder zu besuchen. Es ist ganz anders als vor drei Jahren - damals war ich zum ersten Mal hier in Portland. Da hatten die Leute keine gute Meinung vom Verein und den Spielern. Nun hat's eine Wendung um 180 Grad gegeben, es ist so wie früher, als der Garden jede Nacht ausverkauft war und es als Attraktion galt, zu den Spielen zu gehen. Ich find's toll, das miterleben zu dürfen.


[Original]

Live: Boston Celtics - Cleveland Cavaliers.

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Notizen zu Dirk Nowitzki

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- Dirk Nowitzki läuft die Zeit davon? Ich befürchte, sie ist bereits im Juni 2006 Hals über Kopf getürmt. Und mit ihr die Siegermentalität, das Selbstvertrauen, die Sicherheit und alle anderen psychologischen Größen, die mit "S" beginnen. Im aktuellen Kader der Mavs befindet sich nur ein Champion (Devean George). Jeder Starter ist älter als 28 - das vollbringen nicht einmal die Spurs. Spektakulärste Neuverpflichtung diesen Sommer: DeSagana Diop, dessen Beweglichkeit den Verdacht nährt, dass er sich seinen Pot mit Josh Howard teilt.


- Jeder Spieler will den Titel gewinnen. Warum dann Sätze wie "Ich will unbedingt den NBA-Titel gewinnen. Nach dem verkorksten letzten Jahr macht es jetzt mit einem neuen Trainer wieder Spaß. Ich glaube, wir können eine gute Rolle spielen" Oktober für Oktober neu aufgekocht werden, verstehe ich nicht, genießbar ist das schon lange nicht mehr. Lasst Euch nicht verarschen, die NBA ist kein Media Markt. Ich verstehe auch nicht, warum als Sensation gehandelt wird, wenn sich ein Spieler Gedanken um seine Post-NBA-Karriere macht: "Ich kann mir schon vorstellen, wenn ich für diese Liga hier nicht mehr schnell genug bin, aber trotzdem noch Spaß am Basketball habe, dass ich durchaus noch einmal nach Europa gehe, weil die Spieler dort nicht ganz so athletisch sind und ich noch gut mitspielen kann." Oha, da sonnen sich zweitklassige Ligen im Licht eines MVPs, mehr nicht. Dass man keine nennenswerten neuen Spieler verpflichten hat können, wird als Vertrauen in den bestehende Material verkauft - lächerlich. Und auch was Rick Carlisle sagte - "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die richtigen Spieler haben, um auf höchstem Niveau zu spielen. Und wir haben bei jedem Heimspiel 19.200 Zuschauer, die fest daran glauben, dass wir Meister werden können" - ist nichts als hohle Rhetorik, sorry. Stattdessen wird uns Carlisles neues System, bestehend aus einer 2-3 High Offense, d. h. einem erhöhtem Push und verstärktem Pace und mehr Open Court für Nowitzki, als Neueinkauf verscherbelt - aber war es nicht Nowe, der Basketball ausdrücklich als Players-Game bezeichnete?


- Der ultimative Grund für das Nicht-Erreichen der Finals 2009 trägt Lila-Gold-Weiß, auf der Brust die Nummer 24 und an der Hand drei Ringe mehr als Nowe. Was mir an diesen Mavs und an diesem Nowitzki fehlt ist der eine Grund, das eine schlagende Argument, warum sich ihre Gegner diese Saison in Grund und Boden rennen und am Ende trotzdem verlieren werden.


- Seinen Vertrag wird Dirk Nowitzki nicht vorzeitig verlängern, d. h. im Sommer 2010 könnte er die Mavs verlassen, so die Klausel in seinem aktuellen Vertrag. Wird dies nun seine letzte komplette Saison in Texas?


- Die großen Stories im Mavs-Imperium lieferte während dieser Off-Season nicht Nowe, sondern ein die Medien mehr und mehr irritierender Josh Howard, der heute mehr Marihuana zu rauchen scheint als damals auf dem College. Howard trifft inzwischen jenseits und diesseits seines Profi-Jobs falsche Entscheidungen. Im Hinblick auf seine Entwicklung als Spieler stellt er eine Rarität dar: er hat nichts von seinem Talent eingebüßt, nur bei den Dreiern etwas an Treffsicherheit, nur wenig von seiner Intensität, aber er trifft einfach falsche Entscheidungen, das Vertrauen seiner Mitspieler schwindet - tödlich für ein Team, das auf ihn baut. Außerdem alarmierend: Howard wird die Serie peinlicher Medienauftritte nun auch während der Regular Season fortsetzen - da helfen keine Schelten Mark Cubans, sondern nur ein Trade. Josh Howard ist inzwischen mehr damit beschäftigt, seinen Ruf zu ruinieren - wen interessiert's, dass er sich zu Beginn des Training Camps für seine Eskapaden entschuldigt hat? - statt sein Game wieder herzustellen.


- Peja Stojakovic Mitte Oktober über Nowe: „Dirk ist wahrscheinlich der beste Europäer, der je in der NBA gespielt hat. Und die Mavericks sind auch ein gutes Team. Aber ich zweifle daran, ob das für den Titel reicht.


- Rick Carlisle greift zu ungewöhnliche Mitteln, um seinen Spielern positives Denken einzuhauchen, so hielt zuletzt Kriegsveteran Israel Del Toro eine Rede vor versammelter Mannschaft - Thema u. a.: wie ich in Afghanistan überlebte. Ob dieser Auftritt nun die Anzahl der Bulldoggen im Mavs-Roster erhöht hat? Nein, die einzigen Fighter sind und bleiben Kidd, Bass und Nowe.


- Wohlgemerkt: Nowitzki sagte, dass 30 "noch ein absolut gutes Basketball-Alter" sei. Er sagte nicht, dass es das beste Alter wäre. Mit beidem hat er Recht.


- Pleitegeier Dirk: von seinen letzten 15 Playoffpartien hat er nur 3 gewonnen. 2009 wird's in Runde 1 wohl entweder gegen die Lakers, Hornets oder Rockets (?) gehen - den Mavs droht die fortgesetzte innere Zersetzung.


- Wohin es die Mavs diese Saison verschlagen wird, werden wir am 11. November erfahren, denn da geht's daheim gegen die schier übermächtigen LA Lakers - bereits in diesem Spiel könnten die wackligen Ambitionen der Mavs in die Brüche gehen, denn NBA-Spieler haben eine hochsensible Nase für Klassenunterschiede...

Paul Pierce oder die Frage, wie man die Spitze hält

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Ich fand immer, dass Paul Pierce 2-3 Jahre älter aussieht als seine Altersgenossen. Das mag daran liegen, dass seine Celtics jahrelang ein unterdurchschnittlich besetztes Team waren, dessen Franchisespieler mit 16w-21l eine nur bescheidene Playoff-Bilanz erzielte. Oder auch daran, dass er mit Schlafzimmerblick über das Parkett huscht. Oder daran, dass er eher zu den ruhigen Typen zählt - zumindest jenseits des Courts. Oder sind's doch die eigenartigen Falten unterhalb seiner Augen, die in ihrer Form an Tränensäcke erinnern? Egal, jedenfalls war mir nach Spiel 6 der Endspiele 2008 klar, dass dieser Finals-MVP nun am Ziel, aber noch lange nicht am Ende ist. Paul Pierce peilt die Titelverteidigung an - das taugt sicher nicht als Schlagzeile, sollte aber erwähnt werden. Pierce befindet sich mit diesem Ziel in einem hervorragendem Umfeld, denn nicht nur Doc Rivers - der vor einem Monat Pierce so bewertete: "You just don’t know how guys are going to come back after they win it. He’s come back hungry. He’s had a taste of it and he wants more." -, der unermüdliche Kevin Garnett und die vielen jungen Spieler, auch hierzulande eher unbekannte Akteuere wie Wcy Grousbeck - Besitzer der Celtics - kündigen den Repeat an und begründen dies außerdem so: "To be a real special Celtics team, you have to win more than one". Wohl bekomm's! Pierce selbst bringt es auf folgende Formel: "After you win, you’re motivated even more to win it again."
Was er an Selbstvertrauen zugelegt hat, belegt vielleicht kein Zitat seit jenem 17. Juni 2008 besser als das folgende, wenngleich nicht ernstzunehmende - gefragt wurde er, ob denn Kobe Bryant der beste Spieler der Welt sei:
"I don’t think Kobe is the best player. I’m the best player. There’s a line that separates having confidence and being conceited. I don’t cross that line but I have a lot of confidence in myself."
Könnte "The Truth" lügen? Nein, kann er nicht, er hat sich da einen Scherz auf Spanisch erlaubt. Nicht einmal LeBron James, den viele Journalisten als sicheren MVP 2009 handeln, stellt sich auf eine Stufe mit Kobster. Trotzdem würde ich Pierce derzeit als effizientesten Offensivspieler der NBA einordnen.
Pierce hat nun hart in der Off-Season trainiert. Realisiert hat er, wofür man keine Statistik braucht: die EC ist besser geworden und insbesondere die Atlantic Division, in der auch die Celtics beheimatet sind. Mit größtem Vertrauen in die zweite Garde der Celtics, angeführt von Glen Davis (oder wird Leon Powe neuer Bankkönig?), geht's in die neue Saison - ich kann mir gut vorstellen, dass genau bei diesem Punkt vor Beginn der letzten Saison auch bei Pierce Zweifel bestanden. Kennt einer von Euch das folgende Video, aufgenommen am 16.09.08? Ein entspannter Paul Pierce, mit Sonnehut, der das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommt? Hat es einen so entspannten Pierce im Monat September je gegeben? Ich denke nicht. Schaut selbst:




Damit nicht genug, hat sich Paul Pierce vor genau vier Wochen auf die Bühne geschlichen - bei einem Konzert der New Kids on the Block tändelte er mit Larry O'Brien Trophäe zu den klatschnassen Rhythmen, das Publikum ließ sich die Einlage gefallen:




Kurz: dieser sehr sympathische und noch immer unterschätzte Superstar hat mit 2008 das wohl beste Jahr seines Lebens.

Montag, 27. Oktober 2008

Die wichtigen Fragen

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Eines der besten Sportblogs der USA, The Big Lead, hat fünf einfache Fragen gestellt und selbst fünf Antworten gegeben - allesamt im Hinblick auf die anstehende NBA-Saison 2008/09. Da lasse ich mich nicht lumpen und gebe folgende Prognosen:

1. Welche beiden Teams erreichen die NBA-Finals?
- Mein Tipp: Lakers & Celtics.
2. Wer gewinnt den Titel?
- Lakers.
3. Welches Team wird die schlechteste Saisonbilanz einfahren?
- Memphis Grizzlies.
4. Wer wird zum wertvollsten Spieler gewählt?
- Kobe Bryant.
5. Wer wird ROY?
- Greg Oden.

Etan Thomas politisch! Wählt Obama! [3:21 min]

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[via]


UPDATE Falls Ihr Euch beim Schauen des Videos gefragt habt, welche spontane Eingebung ET zu diesem predigendem Auftritt bewegt hat - spätestens Anfang Juli diesen Jahr war ET sich bewusst, dass er Obama bei seinem historischen Wahl- bzw. Wettkampf um die Präsidentschaft unterstützen werden würde. Da die Mehrheit der NBA-Spieler für Obama votieren dürfte, bin ich schon jetzt gespannt auf die Reaktionen im Fall (s)eines Sieges am 4. November. Und in diesem Zusammenhang: für wen wählt eigentlich der politischste Spieler der NBA - Steve Nash?

17 Championships, 18 Paar Schuhe

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Kevin Garnett scheint, was sein Marketing angeht, einen besonders guten Geschmack zu haben. Dies hat er nun wieder mal damit bewiesen, dass von seinem neuen 'Signature Shoe' nur 17 Stück fabriziert werden/wurden. Dafür gibt es mehrere Gründe: zum einen signiert KG jedes einzelne Paar - ginge adidas hier in die Massenproduktion, drohte dem besten Spieler der Celtics eine zumindest vermeidbare Verletzung an der rechten Hand. Zum anderen haben die Celtics in ihrer Geschichte insgesamt 17x die Championship gewinnen können - die Menge der Championships entspricht nun der Menge an Fabrikaten. Außerdem wird durch die gering gehaltene Produktion der Wert der Schuhe spürbar gesteigert. Letzteres dürfte nicht nur im Sinn Garnetts sein, sondern auch der Einrichtung, der der Erlös des Verkaufs gespendet werden wird - nachdem nämlich die grün-weißen Fußüberzieher auf celtics.com/shop versteigert sein werden, geht das Geld an die Shamrock Foundation, einer NPO, die sich - ganz allgemein formuliert - der Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Boston widmet. Was durch diese Erziehung übrigens u. a. vermieden werden soll ist jenes Schicksal, welches Malik Sealy, dem vielleichst wichtigsten Spielerfreund in der NBA-Karriere Kevin Garnetts, widerfahren ist: am 20. Mai 2000 wurde der einstige Youngster aufgrund eines fehlenden Airbags, eines nicht angelegten Sicherheitsgurts und eines leicht betrunkenen Fahrers getötet. Garnett wird die Schuhe im Season Opener der Celtics gegen die Cavaliers tragen - es handelt sich dabei um Paar Nr. 18.
UPDATE Wer die offizielle Championship-Kollektion der Celtics kennen lernen möchte, sollte DIME besuchen.