Bulls-GM Paxson hat bemerkenswert offene Worte gefunden zu den insbesondere von jungen Spielern - im Fall der Bulls ist da vor allem Ben Gordon gemeint - angestellten Gehaltsforderungen:
I think what has happened a lot in the league now is that guys do want to be able to compare contracts to other guys. From what I see, it's pretty simple: Everybody knows what everybody else makes -- players, agents, everyone. And in some ways it becomes a contest, and you don't want to lose that contest. I believe the same dynamic exists among owners. When they gather at All-Star weekend or other meetings, they judge each other based on frugality and efficiency and which of them squeezed the most out of payroll investments. San Antonio has done it as well as anyone -- they have a pecking order. Every team would love to have a pecking order in terms of players, from your best player all the way down. In the perfect world, the best players are paid the most, and San Antonio has done such a good job with that. But that's hard to emulate in this business right now.
Damit unterstellt Paxson einerseits, dass die Spieler nur ihren absoluten, nicht aber ihren relativen Wert zu maximieren versuchen. Das ist eigentlich nichts Neues, nur haben sich inzwischen hellwache Köpfe wie Gilbert Arenas in den Markt gemischt, der Super-Wizard hatte es während der Off-Season vollbracht, das relative und das absolute Moment zu vereinigen: er heftete (relativ!) die Verlängerung seines eigenen Vertrags an das Bleiben Antawn Jamisons und verzichtete auf satte 16 Millionen $, die ihm in Fall eines Max-Contracts (absolut!) zugestanden hätten - entsprechend Arenas' lakonischer Kommentar:
What can I do for my family with $127 million that I can't do with $111 million?
. Andererseits unterstellt Paxson, dass die Erwartungshaltung immer nur nach oben, nicht aber nach unten gehen kann. Spieler und Agenten, Head Coaces und ihre Assistens, Executives und Besitzer - jeder weiß von jedem, was er am Ende des Monats auf der Habenseite zu verbuchen hat, wobei die Besitzer sich wahrscheinlich einen Spaß daraus machen, unter oder auf der Cap-Grenze (aktuell: 58.68 Millionen $) zu bleiben, d. h. keine luxury tax (aktuell: ab Cap i.H.v. 71.15 Millionen $) entrichten zu müssen, und trotzdem die Championship zu gewinnen - in diesem Zusammenhang eine Frage an Euch: welches waren die drei letzten Teams, die in der Saison, in der sie Meister wurden, den Cap nicht überschritten? Die Celtics der Saison 2007/08 nicht. Vielleicht die Spurs, deren Kern seit vielen Jahren aus den gleichen Spielern besteht? Ihr Management folgt einer - so nennt sie Paxson - Hackordnung: Tim Duncan verdient am meisten, weil er's am meisten verdient. Nach ihm kommen, mit gebührendem Abstand, Tony Parker und Manu Ginobili. Eine ähnliche, wenn auch nicht perfekte Situation, haben wir bei den Pistons: hier verdienen vier der fünf Starter 9.5 Millionen oder mehr, Spitzenverdiener ist Sheed mit 13.68 Millionen $. Wahrscheinlich gehören in diese Reihe der konservativ strukturierten Klubs auch die Utah Jazz. Drei erfolgreiche Vereine also. Bleibt die etwas bange Frage, wie lange diese leistungsorientierten Gehaltsstrukturen noch Gewicht haben werden? Und wie lange diese Vereine wettbewerbsfähig sein werden können? Die Lakers, Favorit in der Western Conference, liegen derzeit mit einem Salary von 78.85 Millionen $ über der Luxusgrenze und zahlen somit auf jeden Dollar einen drauf. Noch 1.5 Millionen $ schlechter positioniert sind die Kelten aus Beantown. Aber vielleicht habe ich da Paxson Zusammenhänge in den Mund gelegt, die er selbst nicht sieht, denn von der Höhe des Salarys auf den Erfolg des Teams zu schließen, das würde dem Mann, der das Gesamtgehalt aller seiner Spieler denkbar knapp - ca. 200.000 $ - unter der Luxusgrenze hält, nicht einfallen. Paxson selbst ist ein Absoluter, kein Relativer, 1:1 versucht er den Cap auszureizen. Wie wär's also, wenn Paxon seine eigenen Worte ernst nimmt und in Chicago eine Hackordnung etabliert: Luol Deng Spitzenverdiener, Kirk Hinrich Platz 2, Andres Nocioni 3. und - - schöne Welt, nur wer bringt's Larry Hughes und Konsorten bei? Wer den Rookies? Wer der D-League? Und was würde wohl der BC Khimki zu dieser ach so transparenten Neuordnung sagen? Das System ist ungenügend, lange lebe das System!