Sonntag, 6. September 2009

Zwischenprüfung, Miami Heat

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Das Ziel für die nächsten Playoffs hätte lauten müssen: Conference Semifinals. Ob die mit diesem Kader erreicht werden können - zweifelhaft. Angenommen, es käme wieder zu einem Erstrundenclash mit Atlanta, nähmen die Falken sich wohl weniger als sieben Spiele Zeit, um D-Wade & Co. in die Off-season zu stoßen. Die Heat sind und bleiben was sie seit sechs Jahren sind: die 1-Mann-Show namens Dwyane Wade. Ist der Superstar, der übrigens in seiner letzten Vertragssaison in Miami gut sieben Millionen $ weniger verdienen als Jermaine O'Neal und seine Player Option 2010 nicht ziehen wird, dann weg, darf Präsident Pat Riley sich mit der Initiierung des Rebuilds in den Ruhestand verabschieden. Oder D-Wade geht, der öffentlichkeitswirksamen Unverbindlichkeit LeBron James' folgend, doch nicht, wie in einem Statement Mitte August angedeutet:

'Next year will be a big year for myself and for the team, but the plan has always been to stay with the Heat, and that’s still the plan. I think everything will work out. I want to be one of those players that stays with one franchise for his entire career.'

An anderer Stelle:

'If I was gung ho about money I would sign back (with the Heat) right now. It's not really necessarily about that for me, it's putting myself in a position where I'm successful and can win. I've tasted the top, I've tasted that feeling of winning a championship. I think when you've tasted it you're a little more hungry than you are even when you haven't won a championship. That's what I'm trying to get back to. [...] Going into next summer, if I become a free agent, my first mind is to sign with Miami, but of course we all know there's steps to take to get to that point.'

Riley hatte den Spieß Mitte August übrigens umgedreht, und statt wade-like das Management, Mr. Wade selbst in die Pflicht genommen:

'It's really up to each player on this team to help other guys get better. While Dwyane is waiting for us to bring somebody else in, he's got the ability to make other players better, even better. He's been in that situation before, as a lot of other guys have. While you're waiting for your franchise to make the prudent, right move, you've got to continue to help these guys get better and you've got to stay the course on that and just let us do our work. [...] I do believe these other guys are going to get better'

Wie auch immer, war die Gesamtperspektive wohl einem Lamar Odom zu klein, als dieser sich trotz heftiger Avancen durch Wade & Riley und eines üppigen Fünfjahresvertrags dann doch für einen Verbleib beim Champ entschied. Bemerkenswert: wenn Riley wollte, ständen die Heat im Juli nächsten Jahres ohne einen einzigen Spieler da, acht Spieler werden zu unrestricted FA, bei vier Spielern wird die Team Option fällig, außerdem Wade mit besagter Player Option. Neuzugänge sind trotz so kolportierter Flirts mit Allen Iverson und Jamaal Tinsley nicht zu erwarten, hat das Teamsalary doch die Luxushürde gerissen und Klubbesitzer Micky Arison kommunizieren lassen, dass er die Heat nicht zum tax team wird werden lassen wollen, d.h. sollten die Heat nochmals aktiv werden, per Trade, muss der abzugebende Spieler mehr Geld verdienen als der Spieler, der neu dazukommt, sonst zahlt man jeden Dollar 2x - den unrühmlichen Status 'Tradematerial' haben derzeit Quinn, Wright, Jones, Cook, Haslem inne, sowie die 1st round picks 2010. Der Zusammenhang zwischen der Nichtverpflichtung Odoms und der nun ruhenden Transferpolitik ist offensichtlich, Riley formuliert es so:

'If we would have signed Odom, I would have thought differently about the lateral moves to try to support him'.

Was bleibt ist eine Starting 5, bestehend aus Jermaine O'Neal, Udonis Haslem, Michael Beasley, Dwyane Wade, Mario Chalmers. Wade hat man mit der Verpflichtung von Quentin Richardson ein Trostpflaster auf's Herz gesetzt, der Ex-Knick und enge Freund Wades ist für 15 ppg gut - das scheinen wegen der kurios vielen Trades einige vergessen zu haben. Zum Draft: hier hatten die Heat nur zwei Zweitrundenpicks; wie sich allerdings aus Patrick Beverley (# 42) und Robert Dozier (# 60) Spieler mit NBA-Format entwickeln sollen, bleibt wohl Pat Rileys Geheimnis, insbesondere, da beide Spieler für nächste Saison bei Vereinen in Griechenland unterschrieben haben, ohne dass den Heat dadurch die Rechte verloren gingen.

Erste Prognose: 42 Siege. Echte Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung des Teams wurden in der Off-season nicht gesetzt, dafür aber bleibt der Cap Space 2010 unberührt. Dass aus Mark Blount Quentin Richardson wurde, mag noch der größte Coup gewesen sein. Es fehlen verlässlich back ups ausgerechnet auf den Positionen 1 & 5, die doch als die beiden wichtigsten gelten. Die Heat-Bilanz hängt allein von der persönlichen Saison Dwyane Wades ab; diese Konzentration auf nur einen Spieler kann größeren Zielen nicht genügen. Und ob Beasley, dessen Off-season durch außerplanmäßige Rehabilitationsmaßnahmen durcheinandergerät, oder Mario Chalmers, der sich immer wieder anhören muss, dass die Heat noch einen Starter im Aufbau suchen, einen tollen Schritt nach vorn nehmen - negativ.