Sonntag, 6. September 2009

Zwischenprüfung, Utah Jazz

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Von der zu erwartenden Hängepartie mit Boozer abgesehen, haben die Utah Jazz mit den nicht weniger wichtigen Spielern Mehmet Okur (2 Jahre) und Paul Millsap (4 Jahre) vorzeitig verlängern können, und zwar zu guten, nahezu risikofreien Konditionen. Auch Ronnie Price bleibt. Eine weitere Aufgabe für die Off-season lautete, möglichst günstig einen Backup für Deron Williams zu verpflichten - und wo gibt das meiste Talent für das wenigste Geld? Im Draft. Und dort durfte sich PG Eric Maynor, nachdem 19x zuvor sein Name nicht fiel, als offizieller Pick Nr. 20 die Mütze der Utah Jazz über's Haupt ziehen. Der 22jährige, der die VCU als Senior verlassen hat, ist die Gelassenheit in Person, erkennt die Rangordnung auf der 1 absolut an, und gelobt, sich von einem scoringlastigen zu einem pass first Aufbau zu entwickeln - über die nötige Spielintelligenz, diesen Schritt zu tun, verfügt er. Zu arbeiten hat er an seinem Gewicht, seiner - insofern das überhaupt möglich ist - Explosivität, sowie seiner Treffsicherheit beim Three. Maynor weiß um seine Schwächen, und dürfte in zwei, drei Jahren im qualitativen Aufbauspielerdurchschnitt angekommen sein. Knapp 15 Minuten pro Partie sind Maynor in seiner Rookie-Saison zuzutrauen.
Zur Situation mit Boozer: bekanntlich hatte der seine Option nicht genutzt, jedoch die Jazz wollen ihren ungeliebten Star loswerden, verkaufen sich allerdings teuer. Während Boozer sich auf Versprechen seitens der Jazz beruft und wiederholt einen Trade verlangt haben soll, die Vereinsführung diesem Wunsch nachkommen möchte, scheinen die 29 anderen Teams noch nicht bereit zu sein, über einen Zach Randolph für Reiche ernsthaft zu verhandeln. Die Jazz zahlen Luxury Tax, wollen diese nicht weiter in die Höhe treiben, und so pokert GM Kevin O'Connor weiter um das eine passende Angebot. Wie die Jazz-Fans reagieren werden, wenn Boozer sein finales Vertragsjahr doch noch in Utah verbringt, muss abgewartet werden, allerdings zählt Boozer inzwischen zu den unpopulärsten Spielern der NBA. Ein Trade schaffte den unumschränkten Freiraum für Millsap, andererseits erhielte man im Gegenzug Verstärkung für die Flügel - ein häufig durchgespieltes Tradeszenario beinhaltet Udonis Haslem & Dorrell Wright von den Miami Heat. Jerry Sloan äußerte sich zu einer möglichen weiteren Saison mit Boozer und damit zu einer gefühlten Rückkehr des Power Forwards diplomatisch:

‘In order to win in this league, you have to have good players. And he’s a good player … I could have had hard feelings with Karl Malone if I would have wanted to a few times. My job is to coach whoever walks across this line. That’s all we’ll do is do the best we can and hopefully be a good basketball team.‘

Prognose: 50 Siege. Sollte Boozer vor Saisonbeginn doch noch getradet werden, müssen die Jazz die Hierarchie in ihrem Offensivspiel neu festlegen, denn so vielversprechend die bisherige Entwicklung von Paul Millsap sein mag: ob er genug Power & Versatilität im Angriffsspiel besitzt, um damit 40 Minuten lang zu überleben, muss sich noch zeigen. Zweite Möglichkeit: Boozer wird zur trade deadline Mitte Februar abgegeben. Dritte Möglichkeit: das Jazz-Management tut nichts und lässt den Vertrag einfach auslaufen, womit man mittelfristig wieder unter der Luxury Tax liegen würde. Dass die Jazz - mit Sicherheit ein gutes, jedoch kein großartiges Team - derzeit den zweitgrößten Payroll der Liga stemmen müssen, ohne einen championship-reifen Kader zu haben...ein bißchen erinnert das an die Knicks unter Isiah Thomas. Der Vergleich ist wenig schmeichelhaft und Grund genug, den Team-Salary zu entschleunigen.