Sonntag, 15. März 2009

Lets get mad.

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Es ist März. Es ist Sonntag. Es fängt an zu kribbeln. Denn heute wird mit dem
Selection Sund
ay die heißeste Phase des College-Basketball-Jahres eingeleitet. Heute bestimmt ein Komitee die 34 Teams, die neben den 31 Gewinnern der Conferences zum NCAA Tournament eingeladen werden.
Die verschiedenen Faktoren, die bei der Auswahl eine Rolle spielen, sind längst zu einer Wissenschaft geworden. Diese erklären zu wollen, wäre nach längerer Schreibpause ein zu großes Unterfangen. Und deshalb empfehle ich die Lektüre eines entsprechenden Posts von dogfood, der die Bracketology sehr anschaulich erklärt hat. Besser hätte ich es sowieso nicht machen können.

Die Anziehungskraft des College-Basketballs, der so viel intensiver, unbekümmerter, roher und idealistischer ist als es die von Dollars durch choreographierte NBA je sein könnte, ist enorm. Schon im Vorfeld des großen Tuniers, des BIG Dance, brennt in den Playoffs der einzelnen Conferences die Luft. Im Viertelfinale des BIG EAST Tournaments boten Syracuse und UConn ein Spiel, das wahrscheinlich auch im goßen Tunier unübertroffen bleiben wird. Sechs Overtimes waren nötig, um den Sieger zu ermitteln. 67 Minuten stand Syracuse-PG Jonny Flynn auf dem Parkett des Madison Square Gardens. Mit 34 Punkten und 11 Assists führte er sein Team ins Halbfinale, wo es 24 Stunden nach dem Kraftakt erneut einen OT-Sieg feierte. Im Finale war dann jedoch die Luft raus und Louisville holte sich seinen ersten Conference-Sieg in der Historie des Colleges.
Solche Geschichten sind es, die auch das NCAA Tournament wieder einzigartig machen werden. Geschichten von Teams, die über sich hinaus wachsen..
(Hier die Highlights in sehr guter Qualität.)
Auch dieses Jahr kann man das Tunier wieder live im Internet verfolgen. For free. Bei CBS.

Dienstag, 3. März 2009

Dringende Fragen (2/20): Wo bleibt Gilbert Arenas?

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Keine Ahnung.
Die Washington Wizards befinden sich in einem desolatem Zustand. Sie sind in der Teamperspektive die Enttäuschung der Saison. Mit nur 14 Siegen Letzter in der Southeast-Division und außerdem Inhaber der schlechtesten Bilanz der gesamten EC. Trotz zweier All-Stars in ihren Reihen, der frühen Entlassung des umstrittenen Eddie Jordans, der zumindest noch letzte Saison als hoffnungsvoll besetzten Bank, und trotz eines Besuches Barack Obamas gelang es dieser Mannschaft nicht, den katastrophalen Saisonstart von 1w-10l zu kitten. Genau 2x witterten die Hauptstädtler Aufbruchstimmung, nämlich Ende Dezember und Mitte Februar, denn da - und nur da! - gewann die verunsicherte Zwölf zwei Spiele in Folge. Spannend bleibt die Frage, ob die Wizards die Negativmarke von nur 19 Siegen (Saison 2000/01) toppen oder nicht. Der Grund für die grottige Bilanz ist schnell gefunden: die Wizards haben kein Instrument, womit sie ein Spiel dominieren könnten. Und hier kommt der seit 17. September 2008 verletzte Gilbert Arenas ins Spiel. Arenas ist beste go-to-guy, über den Wizards verfügen. Seinen Wurf respektieren die Gegner, er nimmt ein Spiel nicht nur in die Hand sondern kann mit der damit verbundenen Verantwortung auch umgehen. Zusammen mit dem ebenfalls verletzten DeShawn Stevenson bildete er einen Backcourt, der auch von außen ordentlich zulangen konnte. Dies sind Elemente, die den Wizards 2008/09 fehlen. Deshalb die Frage: wo bleibt Agent Zero? Ende Februar kündigte er an, dass er nach Konsultation mit einem Kniespezialisten in Miami, nun fast wieder der alte Arenas sei. Er könne wieder rennen, springen, dunken. Keine Schmerzen, keine Schwellungen. Nur die Kondition fehlt. Trainingseinheiten mit dem Team sind wieder Standard, nur spielen könne er noch nicht. Einen verbindlichen Zeitplan für seine Rückkehr hat er nicht gesetzt, jedoch gehen viele davon aus, dass er im April einige Spiele bestreiten darf - von der Bank aus, und voraussichtlich nur wenige Minuten. Der sich seit April 2007 drei Knieoperationen unterziehende Arenas selbst hat wiederholt angedeutet, dass er sich nicht unter Druck setzen lassen möchte und dies würde der Fall sein, wenn er einen verbindlichen Rückkehrtermin nennt. Interimscoach Ed Tapscott zeigt dafür Verständnis - was bleibt ihm bei einem Querkopf wie Arenas anderes übrig. Falls Tapscott, der mit Sicherheit nächste Saison nicht mehr HC der Wizards sei wird, seinen Chancen auf einen Verbleib in dieser Position nicht völlig ruinieren möchte, darf er sich mit seinem Star nicht verscherzen. Das hat ein bißchen was von Politik: gegenseitige Abhängigkeiten herstellen auf fragwürdigem Fundament, da Tapscott nie gesagt hat, dass er langfristig HC sein möchte; wahrscheinlich wird er sich in Zukunft wieder im Bereich Player Development einsetzen. Der Zusammenhang zwischen Arenas' schwer zu handhabenden Eigenheiten und dem nächsten HC der Wizards lässt sich so beschreiben:

'Bottom line: Whoever gets that job -- and it's a good job if Gilbert is right and you come back with Butler and Jamison -- priority one is handling' Arenas, said a rival front-office executive who spoke on the condition of anonymity because he did not want to hamper future dealings with the Wizards. 'The thing you had to appreciate about Eddie Jordan was that he had a system that made the kid a star but he also handled all of his quirks. That's a rare combination and, now, the guy has that contract. There are some coaches who flat out could not deal with a player like that. So, whoever Ernie chooses, that coach is going to have to be able to work around Arenas. How that plays out is going to determine the direction of that franchise.'

Die Entscheidung über den nächsten HC wird aber erst dann dringend, wenn Arenas wieder in einer Partie aufläuft. Das sollte bestmöglich bis 15. April geschehen sein, denn da endet die Saison der Wizards mit einem Auswärtsspiel in Boston. Sollten die Wizards dort ihre 63. Saisonniederlage einfahren, hätten sie den Negativrekord der Saison 2000/01 egalisiert. Mit Arenas wäre das nicht passiert. Zeit für ein Comeback!